Zocken vs. Investieren

,,Gesetze sind zum Brechen da, dachte ich mir und gab meinen Senf dazu“ sang die Rockband die bösen Onkelz vor einigen Jahren. So ähnlich verhält es sich auch bei mir und meinen Börsenregeln. Eigentlich rate ich jedem Anleger davon ab, Pennystocks und spekulative Aktien (was meisten dasselbe ist) zu kaufen. Trotzdem kaufe ich selber hin und wieder welche. Diese betrachte ich allerdings als reine Spekulation, denn sie sind sehr volatil und ihre Kurse werden oft manipuliert. So wie Leute im Kasino, beim Lotto, in der Spielothek oder bei Fußball- und Pferdewetten zocken, zocke ich mit riskanten Aktien. Die Strategie ist hierbei immer die gleiche. Die Aktien kaufe ich für 300€ bis 500€ und dann lasse ich sie sehr lange liegen und schaue was passiert. Meistens sind sie entweder stark gestiegen oder im Eimer. Ist die Aktie im Eimer, wird der Verlust, dann realisiert, wenn ich gute Gewinne mit anderen Aktien gemacht habe, denn der Verlust kann bei anderen Kapitalgewinnen steuerlich geltend gemacht werden. Sie sie gut gestiegen, verkaufe ich sie und nehme die Gewinne mit. Dem Spekulieren und Zocken steht das reale Investieren gegenüber, bei dem ich unterbewertete Aktien (hinter denen eine solide Firma mit einem funktionierenden Geschäftskonzept, was ich auch verstehe, steht) im Aufwärtstrend kaufe und diese lange halte.

Da Zocken zwar nicht sinnvoll ist, aber Spaß macht, stelle ich euch nun einige spekulative Aktien aus verschiedenen Branchen vor:

– Orocobre: Dieses Unternehmen baut Lithium in Australien ab und ist dabei der größte börsennotierte Lithiumabbauer weltweit. Allerdings gab es immer wieder Probleme in den Mienen, weshalb die Aktie zwischenzeitlich stark gefallen ist. Da Lithium für Elektrobatterien gebraucht wird und als das Gold der Zukunft gesehen wird, sehe ich langfristig Potential bei Orocobre. Eine Alternative zu Orocobre könnte der Lithiumproduzent Galaxy Resources sein, der aber auch als sehr volatil gilt.

– Marapharm Ventures: Diese Firma hat eine Lizenz, um in Las Vegas Genusshanf anbauen und verkaufen zu dürfen. Da Las Vegas die Sin City der vereinigten Staaten ist, sehe ich hier viel Potential. Allerdings hat die Firma bisher noch keine Ernte eingefahren und somit auch keine Gewinne, also eine riskante aber interessante Wette auf die Zukunft.

– Baumot Group SE: Diese Firma stellt Katalysatoren her, die den Schadstoffausstoß von Dieselautos massiv senken können. Dies könnte interessant werden, wenn Gesetze in Kraft treten, die solche Kats verpflichtend machen. Allerdings könnte es auch sein, dass Softwarelösungen reichen oder dass die großen Autofirmen selber solche Katalysatoren produzieren.

– ChroMedx: Dieses Pennystockunternehmen arbeitet an einem Blutmeßgerät namens Hemopalm. Dieses soll mit einem Nadelstich Blutwerte erfassen, die bisher nur intravenös gemessen werden können. Sollte das Produkt wirklich auf dem Markt kommen, würde sich hier ein Riesenmarkt erschließen.

– Drone Delivery Canada: Diese Firma hat begonnen, Drohnentransporte in den abgelegenen Norden Kanadas zu organisieren. Sollte dies erfolgreich und rentabel sein, möchte es expandieren. Die Idee ist gut, wenn viele isolierte Orte auf Inseln etc. sind oft von Transportwegen abgeschnitten und könnten so viel besser versorgt werden.

– Geely Automobile Holdings: Dieser chinesische Autohersteller existiert seit 1986 und seit 2009 stellt er Elektroautos her. In Weißrussland hat er ein Monopol und in China immer höhere Marktanteile. Die chinesische Regierung will die Elektromobilität stark fördern, denn pro Stunde werden in China 3.000 Autos verkauft. Um den damit verbundenen Umweltbelastungen Herr zu werden, soll es ab 2040 in China nur noch Elektroautos geben, wovon Geely massiv profitieren würde. Allerdings ist bei chinesischen Aktien immer Vorsicht geboten, denn mal wird ein Unternehmen verstaatlich, die Börse wird gestoppt (oder es verschwindet wieder von ihr) oder die Bilanz wird gefälscht.

Hinweis: Wie immer handelt es sich hier um meine Meinung und nicht um Kaufempfehlungen.