Das kleine Börsenlexikon von Bull Of Wallstreet

Da die Börsenwelt ein Konglomerat an Fachbegriffen besitzt, habe ich euch ein kleines Lexikon erstellt, welches euch wesentlich Begriffe, kurz, knackig und verständlich erklärt. Da die Börse ein riesiges Feld ist, hat dieses Lexikon keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

ABS
Hypothekenwertpapier, was bei der Finanzkrise eine große Rolle spielte, denn diese Wertpapiere wurden in andere Wertpapiere (siehe CDOs) verpackt, was dafür sorgte, dass die meisten Investoren keine Ahnung hatten, mit was sie da handelten. ABS steht für Asset Backed Securties, also für über Besitz abgesicherte Wertpapiere. Dieser Name suggeriert Sicherheit. Bei der Finanzkrise war der Besitz zur Absicherung des Wertpapiers, völlig überteuerte Häuser, deren Besitzer die Kredite für diese Häuser nicht tilgen konnten.

Aktie
Wertpapier, das einen kleinen Anteil an einer Firma beinhaltet.

Aktienfond
Wertpapier, das aus verschiedenen Aktien besteht. Meistens werden sie aktiv verwaltet, weshalb sie oft hohe Gebühren beinhalten.

Aktiengesellschaft (AG)
Firma, die Aktien herausgegeben hat.

Aktien Index
Die Zusammenfassung von Aktien mit ähnlichen Merkmalen. Relevant dabei sind vor allem die Firmengröße und die Branche. So enthält der DAX die 30 größten, deutschen Aktienunternehmen. Der TEC-DAX beinhaltet Firmen aus dem Technologiebereich, der M-DAX Mittelständische Unternehmen und der S-DAX eher kleiner Aktiengesellschaften. Die 500 wichtigsten Firmen der USA sind im S & P 500 vereint. Der NASDAQ beinhalten wichtige Technologieunternehmen der USA und der DOW Jones besteht aus den 30 größten Unternehmen der USA. Als Anleger kaufe ich nur Aktien, die in einem Index sind, da dieser zu einem hohen Maß an Transparenz wie regelmäßige Geschäftsberichte verpflichtet, was sich prime Standard nennt. Des Weiteren lassen sich Index-Aktien wegen der hohen Auflage leicht kaufen und verkaufen.

Aktiensplit
Die Aktie wird aufgeteilt, um den Preis zu senken, was oft dazu führt, dass sie mehr gehandelt und gekauft wird. Ein Verlust entsteht dabei nicht. So kann eine Firma, deren Aktien 200€ kostet, einen Aktiensplit 1 zu 4 ansetzen. Dann bekommt jeder Aktionär für die eine Aktie 4 Aktien zum Kurs von 50€.

Anleihe
Verzinstes Wertpapier, bei dem der Anleihenbesitzer einer Firma Fremdkapital zur Verfügung stellt und dafür Zinsen erhält. Umso schlechter es einer Firma geht, umso höher sind Anleihen für diese Firma verzinst, da das Risiko eines Zahlungsausfalls erhöht ist.

Assets
Anlageklassen z. B. Aktien, Aktienfonds und Rohstoffe

Aufsichtsrat
Wird von der Aktionärversammlung gewählt und soll die Geschäftsführung einer Firma überwachen bzw. kontrollieren.

Baisse
Längerer Zeitraum, in dem allgemein die Kurse eher fallen. (Der Markt für Bären, der Bär ist das Zeichen für Pessimisten an der Börse da er mit der Tatze von oben nach unten schlägt)

Bluechip
Sehr große Firmen mit einer guten Marktposition, einem hohen Börsenwert (meist eine Marktkapitalisierung von über 50 Milliarden Euro / Dollar) und einem bekannten Namen. Bluechip Aktien sind auch immer in Aktien-Indizes untergebracht.

CEO (Chief Executive Officer)
Der Geschäftsführer einer Firma.

CFO (Chief Financial Officer)
Der Finanzvorstand einer Aktiengesellschaft.

Chart
Ist eine visuelle Darstellung der Börsenkurse. Er dient als Grundlage zur Chartanalyse.

CFD
Sehr spekulatives Wertpapier, welches auf Kursschwankungen wettet.

Dachfond
Fond, der in andere Fonds investiert und deswegen extrem hohe Verwaltungskosten beinhaltet.

DAX
Deutscher Aktienindex, der aufs den 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen besteht.

Derivat
Wertpapier, was sich auf ein anderes Wertpapier bezieht, allerdings viel mehr schwankt. Klassische Derivate sind z. B. Optionsscheine oder Futures.

Depot
Sammel- bzw. Verwaltungsstelle für Wertpapiere. Steht im Sprachgebrauch aber meistens für alle Wertpapiere, die ein Aktionär besitzt.

Devisen
Ausländische Währungen bzw. der Handel damit

Dividende
Regelmäßige Auszahlung eines Teils der Firmengewinne an alle Anleger.

ETF
Klassisch, ein passiv gemanagter Fond, der einen Index repräsentiert und sich genauso verhält. Mittlerweile ist die ETF Branche stark gestiegen und es gibt auch ETFs, die automatische bestimmte Strategien ausführen und z.B. in die 10 dividendenstärksten Unternehmen eines Indexes investieren. Da die ETFs automatisch funktionieren, sind ETFs meist kostengünstiger als Aktienfonds, bei denen das Management oft hohe Kosten verursacht.

Finanzkrise 2009
Die Finanzmärkte der Welt brachen in dieser Zeit ein, weil klar wurde, dass weltweit gehandelte Hypothekenpapiere, so genannte CDOs, nur aus Schrotthypotheken bestanden, weshalb alle angefangen haben diese CDOs zu verkaufen.

FOREX
Handel mit ausländischen Währungen (Devisen)

Garantiefond
Fond der durch Optionsscheine gesichert ist. Dadurch wird ein minimaler Gewinn garantiert, allerdings ist dieser so gering, dass dieses Wertpapier komplett in die Tonne gehört.

Hausse
Längerer Zeitraum, in dem allgemein die Kurse eher steigen. (Der Markt von uns Bullen, steht für Optimisten die auf steigende Kurse setzen. Der Bulle sticht mit den Hörnern von unten nach oben!)

Hebel
Erhöhte Schwankung bei Derivaten wie Optionsscheinen.

Kauflimit
Festgelegter Betrag, bis zu dem eine Aktie gekauft wird.

KGV
Kurs-Gewinn-Verhältnis, das zeigt, wie sich der Kurs einer Aktie zum Firmengewinn verhält. Je niedriger das KGV ist, umso günstiger ist eine Aktie.

Konjunktur
Verlauf der Gesamtwirtschaft von einem Land oder einer Region.

long (gehen)
Man kauft Aktien, und setzt dabei auf steigende Kurse.

Marktkapitalisierung
Der Börsenwert einer Firma. Wird errechnet, indem die Anzahl der Aktien mit dem Aktienkurs multipliziert wird.

Mischfond
Fond der aus unterschiedlichen Anlageklassen besteht.

Optionsschein
Eine Option ermöglicht, eine Aktie, die man noch nicht besitzt in der Zukunft zu einem festen Preis zu kaufen (long call – setzt auf steigende Kurse) oder zu verkaufen (short put – setzt auf fallende Kurse). Optionen haben eine zeitliche Begrenzung (entweder ein Datum (europäische Option)oder einen Zeitraum (amerikanische Option). Tritt das erwartete Ergebnis nicht ein, wird die Option nicht ausgeübt und sie verfällt. Außerdem besitzen Optionen einen Hebel, das heißt, dass sie viel mehr Schwanken als eine Aktie. In der Realität geht es nicht primär im das Ausüben von Optionen, sondern sie werden gehandelt wie Aktien. Allerdings sind sie viel spekulativer, weshalb du unbedingt die Finger davon lassen solltest.

Pennystocks
Aktien mit einem Kurs von unter einem Euro / Dollar

Physische Wertpapiere
Physische Wertpapiere (oft ETFs) enthalten den Rohstoff als Rücklage, auf den gesetzt wird. So gibt es physische Gold ETFs, bei denen das Gold in echt hinterlegt ist.

Portfolio
Eine gemischte Zusammenstellung aus unterschiedlichen Aktien und Wertpapier. Damit soll das Risiko gestreut werden.

Range
Ein festgelegter Bereich, so wetten viele Zertifikate darauf, dass ein Index zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem bestimmten Bereich liegt z. B. zwischen 10.000 und 10.500. Dieser Bereich ist die Range.

Ratingangenturen
Ratingagenturen bewerten die Sicherheit von Unternehmen, Wertpapieren und Staaten. Das beste Rating ist ein AAA Rating. Danach geht es runter bis auf D (die Ratingdarstellungen variieren je nach Agentur etwas). Das Rating soll auch Hinweise auf die Zahlungsfähigkeit von Staaten und Firmen geben, sodass ein schlechtes Rating oft zu mehr Zinsen führt. Es gibt nur drei relevante Ratingagenturen auf der Welt (Standard and Poors, Moodys und Fitch), was oft kritisiert wird. Außerdem werden sie für Ratings oft bezahlt und sind somit nicht neutral. Vor der Finanzkrise haben viele Ratingagenturen Schrottwertpapiere als sicher bewertet, weshalb sie sich so gut im Markt verbreiten konnten.

short (gehen)
Das setzten auf sinkende Kurse mit Hilfe von Optionsscheinen.

Synthetische Wertpapiere
Wertpapiere die aus Derivaten bestehen und deswegen extrem stark schwanken.

Vorstand
Die Geschäftsführung einer Firma

Vorzugsaktie
Aktie ohne Stimmrecht bei der Hauptversammlung (dafür gibt es oft mehr Dividenden, als bei den klassischen Stammaktien)

Volatilität
Die Schwankung der Kursbewegung einzelner Aktien.

Wertpapier
Überbegriff für Finanzprodukte, die ein Recht an einer Firma oder ein Recht auf Zinszahlungen beinhalten.