Value-Investing bezeichnet vereinfacht gesagt eine Anlagestrategie, bei der große, etablierte Unternehmen mit einem guten Namen und Ruf gekauft und langfristig gehalten (buy and hold Strategie) werden. Sollte diese Firmen dann Dividenden ausschütten, werde sie auch unmittelbar in weitere Value-Aktien investiert. Die gekaufte Aktie sollte dabei günstig bewertet sein (mehr zu den Bewertungskriterien könnt ihr in meinem kostenlosen Onlinekurs erfahren  https://www.bullofwallstreet.de/kursbeschreibung/ ) und sich im langfristigen Aufwärtstrend befinden. Da der Anleger hierbei auf wertvolle Unternehmen, an die er glaubt, setzt, wird dieser Ansatz Value-Investing genannt.

,,buying great business at good discounts“ fasst die Idee ganz gut zusammen.

 

Was spricht für Value-Investing?

Die erfolgreichsten Investoren der Welt (Buffet, Graham, Munger etc.) sind allesamt Value-Investoren. Des Weiteren halten sich die Risiken bei Value-Investments in Grenzen, da etablierte Unternehmen eine gute Marktposition haben, sodass sie normalerweise nicht plötzlich komplett abschmieren.

 

Wie gehe ich vor?

Beachte betriebswirtschaftliche Kennzahlen wie EPS, ROE, ROA, KGV etc. und suche damit nach günstig bewerteten Unternehmen. Kaufe dir am besten von jeweils einem Unternehmen im Jahr Aktien und baue so schrittweise dein Portfolio auf. Reinvestiere realisierte Gewinne und Dividenden und halte die Aktien für mindestens 10 Jahre.

 

Welche Firmen entsprechen dem Value-Ansatz?

Viele große Firmen, deren Service du täglich nutzt, entsprechen der Value Idee. Sie haben einen etablierten Namen, sind relativ konjunkturunabhängig und sie haben in den letzten 10 Jahren ihre Profite kontinuierlich gesteigert. Gut ist es außerdem, wenn die Unternehmen aktuelle Trends wie Elektromobilität oder elektronisches Zahlen aufgreifen und sich nicht vor ihnen verschließen. Solche Firmen wären z. B. Starbucks, IBM, MC Donalds (das größte Franchise Unternehmen weltweit und dazu einer der größten Grundstücksbesitzer auf dem Planten), Bayer, BMW oder die deutsche Post (die mittlerweile selber Elektrolieferwagen produziert). Ein richtig guter Einstiegszeitpunkt wäre nach einem Crash, denn solche Aktien erholen sich nach Rückschlägen immer sehr schnell.

 

Welche Kritikpunkte gibt es am Value-Ansatz?

Die deutschen Investmentgurus Max Otte und Dirk Müller haben es mit ihren Fonds vorgemacht. Sie haben eine klassische Value-Strategie verfolgt und ihre Performance war mehr als unterdurchschnittlich (z. B. im Vergleich zum MSCI-World-Index). Viele etablierte Unternehmen sind unflexibel und sie ruhen sich auf ihren alten Erfolgen aus, weshalb eine Zukunftsausrichtung ein zentrales Kriterium moderner Value-Investoren sein sollte, denn immer wieder werden auch kleine Start-Ups etablierte Firmen angreifen und den Markt durchwirbeln, was Disruptionsstrategie genannt wird. Des Weiteren würde ich auch immer ca. 30% growth-Aktien in ein Portfolio packen. Diese sind von den Kennzahlen her nicht so günstig bewertet (viele haben ein KGV von über 40) und eher mittelständisch, allerdings verfügen sie über ein enormes Wachstumspotential. Growth-Aktien wären z. B. MBB SE, BYD, Geely, Polytech oder Hypoport.