Computerspielaktien müssten eigentlich eine sichere Sache sein, denn der Gameingtrend ist unaufhaltsam und zieht sich durch alle Schichten, Geschlechter und Altersklassen. Während früher fast nur pickelige, weißhäutige Nerds mit langen Computernfingern gezockt haben, ist das Computerspielen mittlerweile zum Mainstreamsport avanciert. Dabei hat sich die Zielgruppe erweitert und von Kindern, Senioren über sehr viele Jugendliche bis hin zu Frauen (ein Freund von mir hat seine neue Freundin sogar bei einem Onlinegame kennengelernt) ist alles vertreten und die Spielecommunity wächst und wächst, was sich auch an sehr hohen Preisgeldern bei Computerspielturnieren zeigt. Der Grund hierfür liegt vor allem in der enormen technischen Entwicklung, die die Spiele mitmachen. Mittlerweile werden die Spiele immer komplexer, realistischer, vernetzter und offener, was den Spielspaß enorm vergrößert. Der Erfolg zeigt sich auch an der kölner Computerspielmesse Gamescom, diese wird jedes Jahr größer, die Fans kommen aus der ganzen Welt und das Event ist bereits Monate im Voraus ausverkauft. Beflügelt wird der ganze Trend durch massive technische Errungenschaften. Hier wäre an erster Stelle die Virtual Reality Technologie zu nennen, so habe ich letztens im Holocafe Düsseldorf einige VR-Games spielen können und das Spielgefühl in 3D war überwältigend. Des Weiteren haben sich die Spielmöglichkeiten erweitert, Browsergames können überall ohne eine Installation gespielt werden, extrem viele Spiele lassen sich mobil auf dem Handy spielen und auch die neue Konsole Switch von Nintendo, kann problemlos transportiert werden.

Trotzdem sind Aktien von Computerspielfirmen mit Vorsicht zu genießen. Ein unerwartetes Ereignis kann z. B. den Kurs schnell abschmieren lassen. So hat sich vor einigen Jahren eine Veröffentlichung (Far Cry) von Ubisoft verschoben, worauf der Aktienkurs massiv eingebrochen ist. Dazu haben die Firmen immer wieder mit Nachahmern und Raubkopierern zu kämpfen. Ein weiteres Problem sind die immer kürzeren Innovationszyklen, sodass die Firmen am laufenden Band Spiele produzieren müssen, um aktuell zu bleiben. Des Weiteren sind Independentgames wie Limbo oder Machinarium gerade on vogue und von solchen Undergroundgames profitieren die großen, börsennotieren Hersteller nicht. Ein weiteres Problem liegt darin, dass die Bereitschaft viel Geld für ein Spiel auszugeben gesunken ist, weshalb kaum noch Spiele für mehr als 55€ das Stück über die Ladentheke wandern.

Nichtsdestotrotz werde ich euch im Folgenden einige interessante Computerspielaktien vorstellen. Einige werden sich vielleicht fragen, warum die Valve Corporation nicht dabei ist, denn zu dieser Firma gehört das weltweitführende Downloadportal für Games STEAM. Hierzu kann ich nur sagen, dass diese Firma erstaunlicherweise nicht börsennotiert ist. Es gibt zwar eine japanische Aktie, die auch so heißt, aber diese hat nichts mit dem usamerikanischen Mutterkonzern von Steam zu tun.

– HTC: Diese Firma produziert zwar keine Computerspiele, aber dafür stellt sie momentan die besten VR-Brillen überhaupt her. Diese heißt Vive und wird in Zusammenarbeit mit der Valve Corporation entwickelt. Meine Meinung zu HTC ist gespalten, auf der einen Seite ist es ein hervorragendes Unternehmen, dass sehr gute Produkte herstellt. Auf der anderen Seite sitzt die Firma in Taiwan, was sich vor vielen Jahren von China abgespalten hat. Hier sehe ich ein mögliches Konfliktpotential für die Zukunft, denn wenn Chinas expansive Bestrebungen zum Nachteil von Taiwan ausfallen sollten, wird HTC ein riesen Problem haben. Wer trotzdem in den VR-Trend investieren möchte, wollte ggf. auf Nvidia zurückgreifen, denn diese stellt die besten Chips und Grafikkarten her, um VR-Spiele genießen zu können.

– Sony: Der japanische Elektrogigant ist in sehr vielen Bereichen vertreten, was leider auch sein Problem ist. Zu Sony gehört die Playstation, was mit Abstand die erfolgreichste Konsole der Welt ist, denn die letzte wurde mehr als doppelt so oft verkauft, wie die von den beiden Hauptkonkurrenten Nintendo und Microsoft (XBox). Doch andere Sparten des Konzerns sind immer wieder problematisch, so wurde die Laptopreihe von Sony Vaio komplett eingestampft und die Fernseher verkaufen sich auch nicht so gut. Trotzdem denke ich, dass Sony langfristig ein interessantes Investment ist, denn gerade durch die Abspaltung einiger Sparten kann sich der Konzern immer mehr auf die Playstation konzentrieren, die auch wegen zahlreicher Verträge mit Computerspielfirmen sehr gute Gewinne abwirft.

– Activision-Blizzard: Diese Firma hat sich durch Onlinerollenspiele wie World Of Warcraft oder Diablo einen weltweiten Ruf gemacht. Dazu kommen immer wieder 3-D-Shooter-Hits wie die Call Of Duty Reihe oder Quake. Viele Spiele von Activision haben für die Firma den Riesenvorteil, dass sie abofinanziert sind, weshalb sie kontinuierlich Gewinn abwerfen, sodass ich die Firma positiv bewerte.

– Electronic Arts: EA (Sports) ist King in Sachen Sportsimulationen und landet dort einen Hit nach dem anderen. Der Superhit schlecht hin ist die FIFA-Reihe, für die es sogar weltweite Turniere gibt. Da sich in diesem Segment niemand anders gut aufstellt, sehe ich auch bei Electronic Arts gute Zukunftsaussichten.

– Ubisoft: Diese französische Firma hat zwar erfolgreiche Reihen wie Farcry, allerdings hat sie ansonsten schon lange keinen neuen Hit mehr gelandet, weshalb ich als Anleger hier vorsichtig wäre. denn momentan konzentriert sich der Konzern hauptsächlich auf Farcry und wenn hier Releases verschoben werden oder die Verkaufszahlen nicht stimmen, fällt die Aktie massiv.

PS: Dieser Artikel dient nur der Information und er enthält keine Anlageempfehlungen.