In seinem Buch die ,,Kunst des klaren Denkens“ erklärt der Autor Rolf Dobelli viele Denkfehler, die Menschen machen, und wie diese verhindert werden können. Das Buch ist sehr gut geschrieben und wegen der vielen Bezüge zur Wirtschaft definitiv eine Bereicherung.
Eines der beschriebenen Phänomene ist der Overconfidence-Effekt. Dieser besagt, dass viele Menschen nach einigen, anfänglichen Erfolgen anfangen ihre Fähigkeiten massiv zu überschätzen. Ein Beispiel hierfür ist die Spielsucht. Die meisten Spielautomatenspieler hatten anfangs Glück und einige Gewinne erzielt. Dabei lassen sie völlig außer Acht, dass die Automaten Chips enthalten, die einem über längere Zeit definitiv einen Verlust bescheren, sprich sie können das Ergebnis gar nicht beeinflussen (sie unterliegen also einer Kontrollillusion). Trotzdem glauben viele Spielsüchtige, dass sie es vom Glück gesegnet sind und sie verspielen immer mehr Geld. Dass sie dabei viel mehr verlieren, als gewinnen, lassen sie dabei außer Acht. Auf die Wirtschaft und auf die Börse übertragen heißt dies, dass man nach anfänglichen Gewinnen nicht direkt das Risiko und die investierte Geldmenge stark steigern sollte. Denn mit dem Risiko steigen sowohl die potentiellen Gewinne, als auch die Verlustrisiken. Oft kommen die ersten Gewinne nämlich durch Zufall (sogenanntes Anfängerglück) und nicht durch gute Skills.

Ein weiterer für die Börse wichtiger Effekt ist der Herdeneffekt, im Buch Social Proof genannt. Viele Menschen folgen einfach blind der Masse und machen das was alle tun. Deswegen entstehen an der Börse immer wieder Blasen. Zuerst kauft die Masse, dann verkauft sie. Um hierbei gut wegzukommen, sind die richtigen Grundsätze wichtig. So sollten Aktien nur nach einer genauen Prüfung von relevanten Kennzahlen gekauft werden. Ab einem gewissen Gewinn müssen diese Kursgewinne dann über Stopp-Loss-Marken abgesichert werden, sodass man direkt am Anfang einer platzenden Blase verkauft und nicht, wenn alle Gewinne geschmolzen sind.

Wer mehr über die Denkweisen von Massen erfahren möchte, sollte sich den Klassiker ,,Psychologie der Massen“ von Gustave Le Bon durchlesen. Das Werk ist zwar über 100 Jahre alt, aber nach wie vor in vielen Punkten aktuell. Wer noch mehr in die Tiefe gehen möchte, sollte sich unbedingt das Lehrbuch ,,Sozialpsychologie“ von Elliot Aronson durchlesen. Aronson hat viele massenpsychologische Handlungsweisen systematisiert und erklärt sie extrem anschaulich und verständlich anhand von vielen gut gewählten Beispielen.