Wie funktioniert die Börse?

Die Börse scheint für viele Menschen ein Mysterium zu sein. Viele Menschen sehen bei NTV die ganze Zeit haufenweise Charts und Zahlen. Sie glauben, sie müssen alle Informationen immer mitbekommen und vermeiden deswegen alles, was mit Aktien zu tun hat.

Andere sind interessiert und fragen mich immer wieder, wie die Börse funktioniert. Das Beantworten dieser Fragen ist gar nicht so einfach, denn ganze Buchanthologien könnten damit gefüllt werden, dennoch will ich es nun hier in Kurzform probieren.

Die Grundidee der Börse ist es, anderen Menschen die Möglichkeit zu geben, Ideen und Firmen, an die sie glauben, zu unterstützten und sich an ihnen zu beteiligen.

Um sich Eigenkapital zu beschaffen, können Firmen Aktien rausgeben, was IPO genannt wird. Macht sie dies, verkaufen sie einen Teil der Firma an die Aktionäre und dafür bekommen sie Kapital, mit dem sie arbeiten und wachsen können. Werden mehr als 50% der Aktien verkauft, verlieren die Firmengründer an Einfluss, denn wer die Mehrheit auf der Aktionärsversammlung hat, der hat das Sagen! Deswegen ist eine IPO immer mit dem Risiko des Machtverlustes verbunden. Auch nach der IPO kann eine Firme Aktien herausgeben (oder auch zurückkaufen), allerdings verwässern diese ,,neuen Aktien“ den Kurs, denn der Anteil, den ein Aktionär an einer Firma besitzt, verringert sich nun durch eine erhöhte Anzahl der Aktien.

Die Aktionäre besitzen immer einen Teil der Firma, so gehören einem Kleinaktionär theoretisch ein paar Türklinken in einer Firma, während einem Großaktionär theoretisch einige Firmengebäude gehören.

Aktien werden gekauft, weil Investoren auf die Dividende und auf steigende Kurse setzen. Der Aktienkurs korreliert für gewöhnlich mit dem Firmengewinn (ob dieser sinkt oder steigt).

Zustande kommt er durch Angebot und Nachfrage, übersteigt das Angebot die Nachfrage, sinkt der Kurs und umgekehrt. Ihr kennt das vom alltäglichen Leben, Saisongemüse ist in der Saison günstiger, als außerhalb, weil in der Saison das Angebot größer ist.

Neben den Firmengewinnen, den Quartalszahlen und den Bilanzwerten einer Firma, gibt es weitere Faktoren, die auf Aktienkurse einwirken, weshalb ein Aktionär diese im Blick haben sollte. Diese sind z. B. die Zins- und Kaufpolitik der Zentralbanken, Herdeneffekte (viele Aktionäre folgen dem Strom und handeln, wie es Masse es tut), globale Nachrichten/ Ereignisse und Kriege, konjunkturelle Daten wie das BIP etc. .

Der Aktienmarkt ist riesig und die meisten Aktien lassen sich in Sekunden und kaufen und verkaufen. Viele Firmen fokussieren einen hohen Aktienkurs, was Shareholder Value genannt wird, denn viele Firmenchef werden durch Aktien bezahlt, Mitarbeiter werden durch Vorzugsaktien motiviert und die Entwicklung der Aktien wirkt stark auf das Image einer Firma.

Das klingt ja alles nicht so schlecht, aber was ist mit Zockergeschichten oder den erhöhten Nahrungsmittelpreisen durch die Börse? Oder mit krassen Wertverlusten einer Währung durch die Börse?

Der Kapitalmarkt ist riesig und der Aktienmarkt bildet nur einen Teil davon. Andere Produkte besitzen z. B. einen Hebel, welcher Schwankungen massiv erhöht. Solche Produkte gelten als sehr spekulativ und sie sind ethisch extrem umstritten. Gehebelte Formen des Kapitalmarktes sind z. B. FOREX, also der Handel mit Devisen (ausländischen Währungen) oder Derivate wie Futures oder Optionen, die gehebelt aus steigende oder fallende Preise von Wertpapieren oder Rohstoffen setzen. Dazu kommt noch der sehr umstrittene und automatisierte Hochfrequenzhandel. Dieser Formen sind sehr gefährlich, risikoreich und spekulativ, weshalb ich davon abrate, sie zu verwenden und inhaltlich auch nicht näher auf sie eingehen werde. Wenn du mehr über Aktien und die Börse erfahren möchtest, trage dich jetzt für meinen kostenlosen E-Mailkurs ein.